Winzige Ereignisse können das Gedächtnis bestimmen

 

Aquarell auf Papier, 150 x 150 cm

2009

Zu den Arbeiten von Zandra Harms baut man sofort eine persönliche Beziehung auf. Sie wirken vertraut, nicht zuletzt, weil sie die menschliche Figur oder menschenähnliche Wesen in den Mittelpunkt stellen. Doch in die formal zunächst nahegelegte Eindeutigkeit wird Fremdes eingestellt, so dass die Verhältnisse zwischen Figur und Dingen, Figur und Umwelt gestört werden, uneindeutig und befremdlich, ein wenig auch unheimlich werden. Das Unheimliche kommt nach Freud ja bekanntlich aus dem Bereich des Vertrauten, dem Heimlichen oder Heimeligen, als unterschwellige, nahe Bedrohung. Verstörend wirkt hierbei vielleicht nicht zuletzt die undramatische Gleichgültigkeit, mit welcher die Figuren in den Bildern ihre befremdlichen Situationen als unabänderliche Normalität hinzunehmen scheinen. (Harald Uhr, 2009)