Etwas später am Morgen

Aquarelle, Zeichnungen

Figuren, 100 x 70 cm, 2013
Konstruktionen, 50 x 70 cm, 2013

Es sind nicht allein die vergleichsweise raumlos auf dem Blatt agierenden Personen, die den Reiz in den Arbeiten von Zandra Harms ausmachen. Gegenstände begleiten sie oder besondere Attribute wie beispielsweise Kleidung. Als weitere Hinweise reihen sich diese Merkmale in die Lesart der als Erzählung gedachten Bilder ein – und charakterisieren die dargestellten Personen näher. Der Künstlerin gesteht man bei einer solcherart reduzierten Darstellung gewiss gerne zu, dass es für die Auswahl dieser speziellen Person und ihres auf Kleidung oder ein Attribut reduzierten Lebensumstands Gründe gibt. Allzu offensichtlich sind diese jedoch nicht; Einordnungen zu einer anekdotischen Sichtweise scheitern an der Unnahbarkeit der reduzierten Szene, der Ansatz einer symbolischen Lesart (wie in Heiligenfiguren) an der mit Bedacht verweigerten Allgemeingültigkeit. Die Bilder bleiben individuelle Szenen, deren Zusammenhänge sich nicht von alleine entschlüsseln. (Johannes Stahl)